Yilmaz Dziewior

 

Yilmaz Dziewior wurde 1964 in Bonn geboren und studierte dort und in London Kunstgeschichte. Er wurde 2005 mit einer Arbeit über den Bauhaus-Architekten Ludwig Mies van der Rohe an der Humboldt-Universität zu Berlin promoviert. Seit 2015 ist Yilmaz Dziewior Direktor des Museum Ludwig in Köln. Von 2009 bis 2015 leitete er als Direktor das Kunsthaus Bregenz. Zuvor war er acht Jahre Direktor des Kunstvereins in Hamburg und übte parallel eine Professur für Kunsttheorie an der dortigen Hoch­schule für bildende Künste aus. Zusätzlich arbeitete er als freier Kurator an Ausstel­lungen und Projekten u. a. in Beirut, Hongkong, Kairo, Köln, Limerick und Rovereto.

 

Zudem ist Dziewior seit 1991 als Kunstkritiker und Autor tätig. Seine Texte erschienen regel­mäßig in „Artforum“ (New York), „Camera Austria“ (Graz) und „Texte zur Kunst“ (Berlin). Seither hat er über 50 Bücher und Kataloge zur Kunst des 20. und 21. Jahr­hunderts heraus­gegeben.

 

Yilmaz Dziewiors kuratorische Arbeit zeichnet sich durch ein dezidiertes Interesse an gesellschaftlichen Fragestellungen aus, wobei in diesem Zusammenhang besonders seine Beschäftigung mit identitätspolitischen und kulturellen Zuschreibungen hervor­zuheben ist. Vor diesem Hintergrund hat er sich vermehrt mit Künstlerinnen und Künstlern aus Afrika, Lateinamerika und Asien in großen Einzelausstellungen beschäftigt. Der in seiner Disser­tation bereits anklingende interdisziplinäre Ansatz lässt sich auch in seiner kuratorischen Arbeit, vor allem bei Ausstellungen und Projekten über Architektur sowie Theater und Tanz, nachvollziehen. Eine Grundprämisse der Vorgehensweise von Yilmaz Dziewior ist die Analyse des jeweiligen Kontextes, die sowohl in seinen experi­­mentellen Formaten der KUB Arena in Bregenz wie auch in seiner „Insert“-Reihe für den Kunstverein in Hamburg zum Ausdruck kommt.

 

In den letzten 15 Jahren hat Yilmaz Dziewior u. a. mit Cosima von Bonin, VALIE EXPORT, Harun Farocki, Andrea Fraser, Wade Guyton, Diango Hernández, Bodys Isek Kingelez, Barbara Kruger, Florian Pumhösl, Ed Ruscha und Haegue Yang im Rahmen großer Einzelausstellungen zusammengearbeitet. Zu seinen Gruppen­ausstellungen zählen „Formalismus. Moderne Kunst, heute“, „This Place is My Place – Begehrte Orte“, „Wessen Geschichte“, „So machen wir es. Techniken und Ästhetik der Aneignung“ und „Liebe ist kälter als das Kapital“.

Austrian Pavilion
Biennale Arte 2015

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